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Nr. 9, Ausgabe 3, JSTORNEWS, Oktober 2005

Verbesserung der JSTOR-Schnittstelle

Im September gab JSTOR ein neues XML-Gateway frei, das ein "föderiertes" Suchen oder "Metasuchen" im JSTOR-Archiv erleichtert. Das Gateway ist die Krönung der Bemühungen von JSTOR, eine auf Normen basierte Vorgehensweise beim Metasuchen zu verfechten und einzuführen. Ziel ist es, das Zusammenspiel zwischen JSTOR und Metasuchmaschinen zu verbessern, um Benutzern letztendlich ein verbessertes Sucherlebnis zu vermitteln.

Was ist Metasuchen?

Metasuchen ermöglicht einem Benutzer, gleichzeitig mehrere Informationsquellen (Datenbanken, Websites, Verzeichnisse und andere Suchmaschinen) über eine einzige Schnittstelle zu durchsuchen. Die Metasuchmaschine schickt die Benutzeranfrage an eine Vielzahl von Quellen, sammelt und konsolidiert die entsprechenden Ergebnisse und zeigt dem Benutzer eine aufbereitete Zusammenstellung der Resultate an. Durch Metasuchen kann sowohl die Suchbreite drastisch erhöht als auch der damit verbundene Zeitaufwand enorm reduziert werden. Obwohl dies für den Benutzer ein sehr nützliches Hilfmittel darstellen mag, können die von Metasuchmaschinen gelieferten Ergebnisse hinsichtlich Qualität und Relevanz unterschiedlich sein. Ein Schlüsselfaktor ist dabei die Fähigkeit der Metasuchmaschine, die vom Benutzer beabsichtigten Datenbanken erfolgreich zu durchsuchen.

Wie wird dabei vorgegangen?

Bisher wurden für Metasuchmaschinen zwei Methoden eingesetzt, um mehrere Informationsquellen zu durchsuchen. Bei der ersten handelt es sich um das Z39.50-Protokoll, einen Standard, der entwickelt wurde, um die Kommunikation zwischen Computersystemen zu ermöglichen, und der seit Jahren von vielen Bibliotheken zum Durchsuchen von elektronischen Ressourcen eingesetzt wird. Obwohl das Z39.50-Protokoll effektiv zur Metasuche eingesetzt werden kann, weist es Grenzen auf und kann schwierig zu unterstützen sein, da es von verschiedenen Ressourcen unterschiedlich implementiert wird, was zu Interoperabilitätsproblemen führen kann.

Eine alternative Methode, die von Metasuchanbietern häufig angewandt wird, ist das HTML-Parsing oder "Screen-Scraping". Bei diesem Verfahren imitiert die Metasuchmaschine einen Benutzer, indem sie Suchanfragen an eine Datenbank sendet, eine HTML-Ergebnisseite zurückbekommt und die Informationen in dieser Seite als konsolidiertes Ergebnis aufbereitet, das dem Benutzer präsentiert wird. HTML-Parsing hat Vorteile, da es Metasuchmaschinen ermöglicht, eine große Zahl von Datenquellen zu durchsuchen, die Z39.50 nicht implementiert haben, ohne eine formelle Beziehung oder "Verbindung" herzustellen. Screen-Scraping führt jedoch zu anderen Problemen. Da keine einheitliche Methode für Abfrage und Datenaustausch existiert, kann sich die Einholung von korrekten Ergebnissen als Herausforderung erweisen. Der Erfolg ist stark von der Fähigkeit der Metasuchmaschine abhängig, über Datenquellen auf dem Laufenden zu bleiben, die einem fortlaufenden Wandel unterzogen sind. Wenn JSTOR zum Beispiel seine Suchschnittstelle aktualisiert, ist der von Metasuchmaschinen verwendete HTML-Parsingmechanismus nicht mehr funktionsfähig.

Ein neuer Ansatz

2003 erfuhr JSTOR den zunehmenden Gebrauch von Metasuchmaschinen durch Bibliotheken und Forscher und erkannte die Vorteile, die sich durch zuverlässigere Verbindungen zwischen dem Archiv und den Metasuchmaschinen verwirklichen ließen. JSTOR begann daraufhin, sich über die fortgesetzte Metasuchinitiative der National Information Standards Organization (NISO) an den Diskussionen zu Lösungsmöglichkeiten zu beteiligen. Neben weiteren Empfehlungen kam die NISO-Metasuchinitiative zu dem Schluss, dass das beste Mittel zur Verbesserung der Kommunikation zwischen Informationsanbietern und Metasuchmaschinen die Einrichtung von XML-Gateways wäre.

JSTOR begann mit der Entwicklung seines XML-Gateways im April 2005. Das Gateway basiert auf dem "Search and Retrieve URL"-Dienst (SRU-Dienst), einem auf Webdiensten beruhenden Protokoll, das derzeit als Teil der NISO-Metasuchinitiative geprüft wird. Der SRU-Dienst verwendet die Common Query Language (CQL) als Abfragesprache für die Erteilung von Suchanfragen an Informationsanbieter. CQL gestattet sowohl sehr einfache als auch komplexe, mächtige Abfragen unter Verwendung von logischen Verknüpfungen, Schachtelungen und dergleichen. Die Suchergebnisse, die als Antwort auf diese Abfragen zurückgeliefert werden, werden als XML-Datensätze im Dublin-Core-Format aufbereitet und in Relevanzreihenfolge aufgelistet. Das JSTOR XML-Gateway wurde mittels SRW/U Open Source Software konzipiert und von Online Computer Library Center (OCLC) Research entwickelt. Nähere Informationen sind unter www.oclc.org/research/projects/webservices/ erhältlich.

Diese neue Vorgehensweise macht es möglich, dass Suchanfragen innerhalb eines vereinbarten Rahmens empfangen, übersetzt und beantwortet werden, ohne die wesentlichsten Nachteile aufzuwerfen, die mit früheren Methoden verbunden sind. Für JSTOR bietet dies einen Weg, das Archiv für Benutzer bereitzustellen, die sich auf diese Suchalternativen verlassen möchten, und liefert ein größeres Maß an Gewissheit, dass die für JSTOR von der Metasuchmaschine zurückgegebenen Ergebnisse richtig sind.

Gemeinsame Partner

Diesen Sommer arbeitete JSTOR mit Auto-Graphics Inc., Endeavor Information Systems Inc., ExLibris und WebFeat zusammen, um das XML-Gateway zu entwickeln und zu testen. JSTOR hat vor kurzem auch die Zusammenarbeit mit mehreren anderen Entwicklern aufgenommen und hofft, mit der Zeit auch von anderen zu hören. Informationen über das XML-Gateway von JSTOR sind unter http://www.jstor.org/about/xml_gateway.html abrufbar. Detaillierte Informationen über die gegenwärtigen Partner von JSTOR im Bereich föderalisiertes Suchen findet man unter http://www.jstor.org/about/metasearch_partners.html.

Neue Verknüpfungspartner

JSTOR erweitert auch weiterhin seine Verknüpfungsbeziehungen mit Verlagen, Bibliotheken und anderen Online-Ressourcenanbietern. Allein diesjährig resultierten 14% der Artikelaufrufe in JSTOR aus Archivverknüpfungen von anderen Websites. Wir gehen davon aus, dass sich diese Zahl mit der Zeit erhöhen wird, während wir unsere Anstrengungen, zusätzliche Zugangswege für Benutzer zu schaffen, fortsetzen. Informationen zur Einrichtung und Konfiguration sowie eine komplette Liste von Verknüpfungspartnern und Anleitungen stehen unter www.jstor.org/resources/linking.partners.html zur Verfügung.

American Anthropological Association
http://www.aaanet.org/pubs
Die American Anthropological Association (AAA, amerikanische anthropologische Gesellschaft) ist seit 1902 die größte Fachorganisation für Anthropologie und die primäre Fachgesellschaft von Anthropologen in den Vereinigten Staaten. Durch AnthroSource, einem Online-Portal von anthropologischen Volltextressourcen, können Benutzer einen kumulativen Index von aktuellen und früheren Ausgaben durchforsten und Verknüpfungen zu JSTOR auf mehrere AAA-Zeitschriften folgen.

American School of Classical Studies at Athens
http://www.ascsa.edu.gr/
Die American School of Classical Studies at Athens (ASCSA, amerikanische Schule für Altertumswissenschaften in Athen) ist eine Forschungs- und Bildungsstätte, die sich fortgeschrittenen Studien der griechischen Welt widmet. Die Website der ASCSA enthält einen durchsuchbaren Index auf die Zeitschrift Hesperia (1932 – bis heute) mit Verknüpfungen zu JSTOR.

Elsevier's SCOPUS
http://www.info.scopus.com
Die SCOPUS-Datenbank enthält Kurzfassungen und Referenzen mit Verknüpfungen zu Volltextartikeln und Zitatinformationen von über vierzehntausend Titeln und viertausend verschiedenen Verlagen.

Hispanic American Periodicals Index
http://www.hapi.gseis.ucla.edu/
Der "Hispanic American Periodicals Index" (Verzeichnis hispanisch-amerikanischer Periodika) ist eine Spezialdatenbank und jährlich erscheinende Publikation, die Zugang zu Forschungen über Lateinamerika, das Karibikbecken, die Grenzregion zwischen USA und Mexiko und die Spanisch sprechenden Einwohner der Vereinigten Staaten bieten.

International Index to Music Periodicals
http://iimpft.chadwyck.com
Der "International Index to Music Periodicals" (IIMP, internationaler Index für Musikzeitschriften) ist eine Musikinformationsressource mit Indexierung und Kurzfassungen aus über vierhundert internationalen Zeitschriften, die sämtliche wissenschaftlichen und populären Musikgebiete abdecken.

Music Index Online
http://www.hppmusicindex.com
Der "Music Index" ist ein umfassender jährlicher Themen- und Verfasserleitfaden für Musikzeitschriftenliteratur, der mehr als 1.125.000 Einträge enthält und sowohl in gedruckter als auch elektronischer Form zur Verfügung steht.

Safundi
http://www.safundi.com
Safundi ist eine Online-Gemeinde aus Wissenschaftlern, Fachleuten und anderen Interessenten mit Konzentration auf die Zeitschrift Safundi, dem Journal für vergleichende südafrikanische und amerikanische Studien.

Thomson ISI – Web of Science
http://www.isinet.com/products/citation/wos/
Das "Web of Science" (Netz der Wissenschaften) ist ein Verzeichnis von mehr als 8.700 einflussreichen wissenschaftlichen Zeitschriften und eine Schlüsselkomponente des "ISI Web of KnowledgeSM".


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